Market Gardening

Die begrenzte Beetfläche in Marktgärten führt zu einer Vielfalt von kreativen Ideen, die letztlich diese besondere Anbauweise ausmachen:


Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Gemüsebeete als Dauerbeete angelegt werden. Beete und Wege erhalten also dauerhaft ihren Platz, so dass nur noch die Beete bearbeitet werden müssen. Die Gemüsekulturen werden dicht gepflanzt und auf einem Beet stehen pro Saison hintereinander 2-3 Kulturen. Für den Marktgarten eignen sich daher Kulturen, die nur wenige Wochen auf dem Beet stehen, bevor sie erntereif sind. 
 

Nachhaltig gut für das Bodenleben

Das Bodenleben wollen wir in der Bio-Landwirtschaft immer fördern, um einen nährstoffreichen, fruchtbaren Boden für unsere Pflanzen aufzubauen und zu erhalten. Die Beete im Marktgarten können komplett mit Handwerkzeugen bearbeitet werden, keine schweren Maschinen verdichten die Beete. Bei der Auswahl der Handgeräte wird darauf geachtet, dass sie den Boden lediglich lockern und nur minimal stören. Die dichte Bepflanzung führt zu einer natürlichen Mulchschicht und dazu, dass die Bodenlebewesen ständig eine lebendige Wurzel im Boden vorfinden.  


All diese Maßnahmen dienen dazu, Humus im Boden aufzubauen, was unsere Pflanzen freut. Einen lebendigen Boden zu erhalten ist aber auch für die kommenden Generationen existenziell für eine nachhaltige Versorgung von Nahrungsmitteln.

Ressourcenschonend & klimafreundlich

Da wir pro Beet einen höheren Ertrag erwirtschaften können, verbrauchen wir weniger landwirtschaftliche Bodenfläche, weniger Wasser und weniger Energie pro Kg Ernte. Und da wir auf landwirtschaftliche Maschinen verzichten und lokal und direkt vermarkten, fallen weniger Emissionen an. Zudem ist eine humusaufbauende Landwirtschaft wichtiger Bestandteil einer klimaneutralen Gesellschaft, denn ein humusreicher Boden ist, ebeso wie ein Baum, in der Lage Kohlenstoff zu binden.


Transparente Beziehungen

Kund*innen von Marktgärten kennen ihre Gärtner*innen und den Acker, auf dem ihr Gemüse wächst. Als Abokund*innen der Gemüsewiese könnt ihr mir Fragen rund um euer Gemüse stellen oder mich im Garten besuchen. Wer mag, erhält die Saison über Neuigkeiten aus dem Marktgarten. Es ist gut, wenn wir uns wieder bewusst machen, dass die landwirtschaftliche Ernte nicht industriell herstellbar ist. Sie wird beeinflusst von Wetter, Wildtieren und anderen Ereignissen und für uns Gärtner*innen und Landwirt*innen ist es wichtig, dass sich Kund*innen für eine faire Landwirtschaft einsetzen. 
 

Nicht alle Marktgärten sind Bio-Zertifiziert, weil der damit verbundene Aufwand für einen kleinen Betrieb häufig nicht leistbar ist. Dennoch wird nach den Bio-Richtlinien gearbeitet und vollständig auf synthetische Düngemittel und Pestizide verzichtet. Für Bioläden und Supermärkte halte ich das Bio-Siegel und die Siegel der großen Bio-Verbände für sehr wichtig und meine Erfahrung ist, dass wir Verbraucher*innen diesen Siegeln vertrauen können. 

Marktgärten vermarkten jedoch direkt an ihre Kund*innen, so dass hier das Vertrauen der Kund*innen zur Gärtner*in die Siegel ersetzen kann.